Sonntag, 22. November 2009

Qi Gong und unser Körpersystem


Was lange währt, wird ein neuer Blogbeitrag!

Wie bereits erwähnt, bestand das Weltbild im alten China aus 5 Elementen. Feuer, Erde, Metall, Wasser und Holz. Dabei kam das Feuer gleich zweimal vor.

Durch stetige Empirie entwickelte sich dieses System über jahrhunderte hinweg. Es wurde verfeinert und in jeden Lebensbereich einbezogen. Betrachten wir es heute mal in Bezug zum Qi Gong.

Qi Gong Übungen einschl. Tai Chi stimulieren die Akupunkturpunkte und somit den Qi Fluss durch die Meridiane. Bei Qi Gong Übungen werden 95 % des Körpers bewegt und dabei die Organe sanft massiert. Durch die sanften Dehnungen während dem Üben verbessert sich die Geschmeidigkeit des Körpers. Der Körper bleibt weich und das Bindegewebe fest bis ins hohe Alter. In dieser Verfassung führen Stürze im Alter nicht unweigerlich zu Verletzungen.

Außerdem trainiert die fest definierte Form des Tai Chi das Gedächtnis. So bleibt der mentale Zustand jung und das macht sich in allen Lebensbereichen bemerkbar.

Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) hat ein ganzheitliches Menschenbild, in dem Körper, Geist und Gefühle interaktiv mit der Außenwelt verbunden sind. Die TCM hat die Aufgabe, dieses Verhältnis in vollkommener Harmonie zu bringen.

Dabei werden Gefühle als eigene Kraft betrachtet, die sich als Emotion nach außen drängen. Gefühle sind Teil des Körpers und drücken den energetischen Zustand eines Organs aus. So beeinflussen regelmäßige Qi Gong Übungen die emotionalen Befindlichkeiten.

Mit Hilfe der Meditation können wir als innerer Beobachter unseren Körper, unsere Gefühle und unsere Gedanken losgelöst betrachten. Dabei lernen wir recht schnell Gefühle und Gedanken zu unterscheiden und erkennen deren emotionalen bzw. mentalen Ursprung.

Für eine optimale Wirkung müssen die Übungen leicht im Atemrhythmus durchgeführt werden und der Atem tief und gleichmäßig sein. So kann das Qi frei fließen und Blockaden gelöst werden. Und mit der Zeit stellt sich ein nachhaltig gutes Wohlbefinden ein.

Bis demnächst mit weiteren Details!

Samstag, 22. August 2009

Mind over Matter – Qi Gong und unsere Einstellung zu unserem Selbst

Während die bisherigen Beiträge darüber informierten, in wie weit Qi Gong und Tai Chi unsere Gesundheit in ganzheitlicher Weise erhält, geht es hier um den Aspekt, wie unsere innere Einstellung und unser Denken unseren Körper beeinflussen und wie Qi Gong uns dabei unterstützt.

Wir leben in einer schnelllebigen und stressigen Gesellschaft, die ausschließlich auf Leistung, Effizienz und Konsum ausgerichtet ist. Das bedeutet, jeder einzelne von uns steht mehr oder weniger unter einem massiven Druck. Dieser Dauerstress wirkt sich über kurz oder lang auf unsere Gesundheit aus und unser Körper reagiert unweigerlich mit einer Krise.


Im Chinesischen bedeuten die Zeichen

Gefahr + Gelegenheit = Krise.

Was heisst das? Die Gefahr ist der Dauerstress, dem wir in unserem Alltag ständig ausgesetzt sind. Wir sind angespannt, haben ständig was zu tun und wir sind stetig körperlich und/oder mental in Bewegung. Wir gönnen uns kaum Ruhe, frei nach dem Motto „Müßiggang ist aller Laster Anfang“. Denn selbst wenn wir meinen, uns Ruhe zu gönnen, sind wir mit anderen Aktivitäten, wie joggen, Fitnesscenter, zocken, aufräumen, shoppen etc. beschäftigt. In der heutigen Zeit wollen wir jung, dynamisch und aktiv bleiben. Forever Young, bis in den Tod! Das bedeutet letztendlich, unser Yang ist zu stark betont und unser Yin wird vernachlässigt. So verausgaben wir uns selbst und unser Chi.

Die Gelegenheit zu einer Krise bieten die äußeren Umstände, wie das Wetter, die Umwelt, und das Umfeld. Kommt z.B. zum Dauerstress und der damit verbundenen körperlichen Erschöpfung noch feuchtes und kaltes Wetter hinzu, hat unser Immunsystem zu wenig Chi und wir fangen uns eine Erkältung. Jetzt ist die Krise offensichtlich und zwingt uns zur Ruhe. Doch statt der Forderung unseres Körpers nach Ruhe nachzugeben, therapieren wir mit vielfältigen pharmazeutischen Mittelchen die Symptome weg und bringen uns dazu weiter zu funktionieren. Diesen Prozess können wir eine Zeit lang wiederholen und auch durchhalten, aber eines Tages erreicht die Krise eine höhere Stufe und es tauchen neue bzw. schwerere Symptome auf, die uns dann wirklich zur Ruhe zwingen.

Wir müssen akzeptieren, gesundheitliche Krisen zeigen uns auf, dass in diesem Moment in unserem Leben etwas schief läuft und wir dringend Kraft tanken und unsere gegenwärtige Situation überdenken müssen. Dabei unterstützen Qi Gong und Tai Chi uns dabei, unsere Mitte wiederzufinden, Kraft zu tanken, unsere Energie zu erhalten und unsere Gesundheit wieder zuerlangen. Doch eines muss ich unbedingt klarstellen: Tai Chi und Qi Gong ersetzen keinen Arzt und keine medizinische Therapie! Sie bieten lediglich eine hervorragende Unterstützung.

Insbesondere der meditative Aspekt beim Qi Gong / Tai Chi stärkt unsere Selbstwahrnehmung auf einer ganzheitlichen Ebene. Denn die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) hat ein holistisches Menschenbild, d.h. Körper, Geist und Seele beeinflussen sich gegenseitig und sind miteinander verbunden. Das hat die heutige Wissenschaft mittlerweile auf unterschiedliche Weise bewiesen! Unser körperlicher Zustand spiegelt unser Denken und unsere emotionalen Verfassung wider. Doch das gilt auch umgekehrt! Unser Geist und unser Denken beeinflussen unseren physischen und psychischen Gesundheitszustand. Neuropeptide (Botenstoffe der Nervenzellen) fließen durch unseren Körper und leiten jedes unserer Gefühle an jede Zelle unseres Körpers weiter. Dann ist mit dem Dauerstress so, als ob wir im Berufsverkehr immer wieder von roten Ampeln aufgehalten werden und wir zunehmend genervt sind. Dieser genervte Zustand beeinflusst dann unser Herz-/Kreislaufsystem, frei nach „Yer life is one long emergency“ von Bruce Springsteen.

Tai Chi und Qi Gong bringen uns dazu, uns anders zu entscheiden. Wir versetzen uns in die Lage, einen Kontrapunkt zu setzen und aus dem Stresskreislauf herauszutreten. Das braucht regelmäßige Übung zu entspannen und uns all das zu geben was wir brauchen. Befinden wir uns in der Qi Gong Meditation oder üben wir die Tai Chi Form, nähren wir unser Chi und wir können mit unserem Atem alles Ungute in uns loslassen und das Chi in unserem Körper frei fließen lassen. Und je länger wir regelmäßig üben, desto mehr nähern wir uns unserem inneren Frieden. Tai Chi und Qi Gong mit den langsamen meditativen Bewegungen sind der Inbegriff für die Einheit von Körper, Geist und Seele. Wenn also die Muskeln unseres Körpers steif und angespannt ist, dann darf man diese nicht mit Gewalt lösen wollen, denn sie spiegeln die Härte des aktuellen Alltags und die Steifheit unseres Denkens wider. Deshalb haben unser Denken und unsere innere Einstellung einen ebenso starken Einfluss auf unsere Gesundheit wie alles was wir essen. Wir brauchen viel Liebe und Gelassenheit beim Üben, um unsere muskuläre Spannungen dauerhaft zu lösen.

Die Meridiane im Körper versorgen den gesamten Organismus einschließlich unserer Psyche mit Chi. Das erklärt, warum Qi Gong unsere Selbstheilungskräfte im Körper aktiviert.

Mit Hilfe unseres Geistes bzw. unserer Vorstellungskraft können wir den Qi-Fluß lenken wohin wir wollen, um Spannungen jeder Art zu lösen und Organe mit Chi zu versorgen oder um allgemein den Qi-Fluß zu bewegen. Es gibt eine Vielzahl an meditativen Übungen. Doch das ist ein Kapitel für sich, auf das ich später näher eingehen werde.

Sonntag, 19. Juli 2009

Die Wirkung von Tai Chi und Qi Gong

In meinem vorletzten Beitrag haben Sie erfahren, daß Tai Chi und Qi Gong bei chronischen Erkrankungen aller Art, seien es körperliche oder psychische Art, hilfreich ist. Tai Chi steigert den Energielevel und ist ein Jungbrunnen für jeden.

Diesemal erfahren Sie etwas über die Wirkweise.

Tai Chi und Qi Gong gehört zu den effektivsten Körperübungen, die es überhaupt gibt. Die weichen und langsamen Bewegungen reduzieren das Verletzungsrisiko auf nahezu null. Es wirkt sowohl auf der Zellebene als auch auf den muskulären Bereich. Obwohl es die Muskelmasse nicht in dem Maße fördert wie das klassische Krafttraining, erhöht es dennoch, bei regelmäßigem Üben, den Muskeltonus. Ferner stärkt es den Knochenbau und verbessert das Bindegewebe.

Die langsamen Bewegungen führen zu meinem gesteigerten Körperbewusstsein und einer besseren Koordination. Die Lebensenergie - Qi genannt - wird während dem Üben durch den ganzen Körper bewegt, Blockaden werden gelöst und man fühlt sich danach herrlich entspannt.

Qi Gong / Tai Chi wird den inneren Künsten zugeordnet, da sie sehr stark auf den mentalen und emotionalen Bereich wirken. Die Konzentration steigert sich, man wird gelassener und viele Dinge, die einen Menschen stressen können, werden leichter von einem anderen Blickwinkel, distanzierter und humorvoller betrachtet. Mit regelmäßiger Praxis und wachsender Erfahrung werden wir langsam in die Lage versetzt, unseren Körper zu scannen und von innen her zu betrachten. Es ersetzt natürlich nicht einen Arzt mit seinen Diagnosemöglichkeiten, doch man spürt in der Regel sehr früh, wenn etwas im Körper nicht in Ordnung ist.

Wir Menschen im Westen sind davon überzeugt, daß Krafttraining, Laufen, Joggen und Walken das einzige sind, das den Körper stärkt und jung hält. Das stimmt aber nur zur Hälfte, denn diese Körperübungen gehören zum aktiven Aspekt, dem Yang. Für ein ganzheitliches Körpertraining braucht es noch den inneren Aspekt, das Yin. Das ist die Meditation. Beides gut kombiniert ergibt ein ideales Work-Out zur Erhöhung des Muskeltonus, einer verbesserten Geschmeidigkeit der Gelenkeund Sehnen und zur geistig-seelischen Ausgeglichenheit. Kurzum, zum Wohlfühlen.

Heute ist das Yoga weit verbreitet und viele fragen mich, worin der Unterschied zwischen Yoga und Qi Gong besteht. Sowohl Yoga als auch Qi Gong sind ideale Methoden für die körperliche und geistige Fitness. Zum Stressabbau und zur Verbesserung des Körperberwusstseins eignen sich beide hervorragend.

Betrachtet man die Übungen im Tai Chi / Qi Gong genauer, dann sind die Übungen im Yoga statischer als im Qi Gong. Da werden die Übungen in der Regel im Stehen geübt mit mehrfachen Wiederholungen. Und die einzelnen Übungen sind zumindest am Anfang einfacher. Das gibt dem Qi Gong eine stärkere Dynamik. Sowohl im Yoga als auch im Tai Chi / Qi Gong wird ein meditativer Zustand angestrebt. Wobei das Ziel im Qi Gong darin besteht, diesen meditativen Zustand in den Alltag mit zunehmen und dort so lange als möglich aufrecht zu erhalten. Im Qi Gong beginnt man mit einer Meditation, meditiert während den Übungen und hält diesen meditativen Zustand. Yoga führt einen in den meditativen Zustand hinein, der leider oft nicht lange anhält. Doch beide Methoden ergänzen sich hervorragend. Nicht umsonst haben sich beide Übungeswege gegenseitig stark beeinflusst.

Sonntag, 5. Juli 2009

BEYOND

Sag einer, daß Fernsehen nicht bildet!

Vergangenen Montag bin ich über die Fernsehsendung "Beckmann" auf die CD "BEYOND" gestossen! Neugierig hab ich mir sie dann über iTunes heruntergeladen. Es gibt nur wenig Musik, die mich so tief bewegt hat wie diese. Sie berührt mein tiefstes Inneres und macht mich ganz still.

Ein Treffen im Jahre 2005 zwischen Seiner Heiligkeit der Dalai Lama und Abt Martin Werlen, (Abt des Benediktinerklosters in Einsiedeln (Schweiz)), anlässlich einer Zeremonie des interreligiösen Dialogs, inspirierte Regula Curti (Christin) und Dechen Shak-Dagsay (Buddhistin) zu einer aussergewöhnlichen CD. Beide setzten sich mit ihrer Religion auseinander und verbanden buddhistische und christliche Gebete zu einer universellen Musik.

Beide baten Tina Turner, sie bei ihrem Projekt zu untersützen. Und so wirkte Tina Turner, inspiriert durch DeepakChopra und von anderen Meister aus verschiedenen Kulturen mit. Sie übermittelt dem Zuhörer in Form von kurzen gesprochenen Texten den tieferen Sinn der gesungenen Gebete.

Der Erlös fliesst zu gleichen Teilen in deren Stiftungen zur Unterstützung von friedensfördernden Projekten zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen, in Erziehung, Bildung und Forschung für Kinder und Jugendliche.

Das folgende Video gibt einen kleinen Einblick in den Entstehungsprozess.




Wir wollen unsere alte Art zu denken loslassen und eine neue Art des Sehens finden.

Dazu brauchen wir eine regelmässige Schulung und echtes Training.

Tina Turner

Sonntag, 14. Juni 2009

Tai Chi, Qi Gong - Was, warum und wozu?

Tai Chi gehört zum Qi Gong. Qi Gong ist ein Oberbegriff und bedeutet wörtlich übersetzt Energieübungen. Mit Qi oder Chi wird die Lebensenergie bezeichnet, die durch alles Lebendige fließt. Diese Energie belebt alles. Sie fließt durch die Meridiane in unserem Körper und versorgt unsere Zellen, Muskeln, Organe etc. mit der notwendigen Energie, damit diese ihre Aufgaben erfüllen können. Stress, Ärger, Sorgen, Angst und starke Emotionen stören den Energiefluss und es entstehen Blockaden. Werden diese Blockaden nicht gelöst, entstehen Krankheiten. Qi Gong und Tai Chi lösen die Blockaden frühzeitig, bevor daraus Krankheiten entstehen können.

Tai Chi ist eine ca. 2000 Jahre alte Bewegungskunst, die ihren Ursprung in den asiatischen Kampfkünsten hat. Tai Chi Chuan bedeutet wörtlich übersetzt der höchste First. Im I Ging, dem Buch der Wandlungen heisst es: „In den Wandlungen gibt es das Tai Chi, welches das Yin und Yang erzeugt.“ Tai ist in der chinesischen Sprache ein Prefix für die Superlative, Chi bedeutet sowohl Dachfirst oder das Ultimative, das Äußerste, Pol. Beides zusammen bedeutet, der „Oberste Dachfirst“ oder das „Höchste Prinzip“. Chuan selbst bedeutet Faust(kampf). Tai Chi Chuan kann also wie folgt übersetzt werden: „Kampfkunst auf Basis von Harmonie von Yin und Yang“.

In frühen Zeiten wurde Tai Chi Chuan tatsächlich als Kampfkunst für Frauen, Ältere und Schwache unterrichtet. Es war eine geheime Kunst, die nicht jedem vermittelt wurde. Heute ist Tai Chi ein einzigartiges Übungssystem, das gleichzeitig den Köper, Geist und die Seele harmonisiert. Regelmäßig geübt, hebt es nachhaltig den eigenen Energielevel und verbessert damit den allgemeinen Gesundheitszustand. Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen, dass ich seit Jahren kaum Erkältungen einfange. Und wenn ich einmal erkältet bin, dann klingen die Symptome in der Regel nach 3 Tagen ab. Tai Chi gehört zu den populärsten Bewegungsübungen überhaupt und wird in China bis heute in den frühen Morgenstunden in den Parks geübt.

Wir leiden alle unter dem ständig wachsenden Stress in der heutigen Zeit. Ständig wachsende Anforderungen, Zeitmangel und immer mehr Aufgaben, die mit immer weniger Kapazität und Zeit erledigt werden sollen, fordern ihren Tribut an unsere Gesundheit. Tai Chi und Qi Gong bieten hier einen sehr guten Ausgleich, diesem Stress entgegenzuwirken und wieder zur Ruhe zu kommen und in seine eigene Mitte zurückzufinden. Wir werden kreativer, beweglicher, gelassener und energiegeladener. Tai Chi und Qi Gong senkt nachhaltig den Blutdruck, verbessert das Bindegewebe, macht den ganzen Körper beweglicher und noch vieles mehr. Betrachtet man das Leben als einen großen Wirbelsturm, so bringt Qi Gong und Tai Chi uns ins Auge des Sturmes, wo Ruhe herrscht. Es scheint dann, als ob sich das Leben plötzlich verlangsamt und uns eine Verschnaufpause bietet.

Tai Chi ist eine feste Bewegungsfolge, die sehr langsam im Atemrhythmus ausgeführt wird. Es ist eine Choreografie mit Bewegungen aus den Kampfkünsten. Die Bewegungen sind schlicht und einfach. Sie können von jedermann in jedem Alter erlernt und geübt werden. Da die Bewegungen sehr langsam durchgeführt werden, besteht kein Verletzungsrisiko. Ziel dabei ist, alle Spannungen, Vorurteile, negative Emotionen loszulassen, um unvoreingenommen und frei in die Zukunft blicken zu können. Es klärt den Geist, das Kopfkino hat Pause. Damit erhalten wir die nötige Distanz auf unser Leben zu blicken und unsere Entscheidungen nicht nur zu überdenken, sondern auch mit klarem Blick neu auszurichten. Das Üben der Form ist vergleichbar mit einem inneren Ganzkörperscan, der alle Blockaden, Spannungen, emotionale Anhaftungen und Denkmuster aufzeigt und die Möglichkeit gibt, diese loszulassen.

Tai Chi gehört zu den inneren Kampfkünsten und stärkt damit unsere innere Stärke, geistig und emotional. Es gibt keine Ränge wie in den externen Kampfkünsten (z.B. Karate, Judo, Jujitsu…). Die Fortschritte sind individuell und ausschließlich spürbar. Evtl. sieht man es im Spiegel, wenn das Gesicht entspannter und damit jugendlicher wirkt.


Bildquelle: http://www.pixelio.de/

Montag, 8. Juni 2009

Mittwoch, 3. Juni 2009

Ein Fragebogen für Herausforderungen

15 Fragen, die ich mir stelle, wenn ich vor einer
Herausforderung stehe:


an einem gut sichtbaren Ort aufhängen oder ins Portemonaie stecken! ;-)


  1. Was ist gut an der Sache? (Irgendetwas ist immer gut! ;-) )
  2. Was kann ich alles lernen, wenn ich mich dieser Herausforderung stelle?
  3. Wie viele ähnliche Herausforderungen habe ich schon bestanden?
  4. Ist nicht auch sehr wahrscheinlich, dass ich diese Herausforderung auch meistere?! ;-)
  5. Was kann ich jetzt tun, um mich gut zu fühlen, bevor ich mich der Aufgabe stelle?
  6. Welches Geschenk wohl in dieser Aufgabe versteckt ist?
  7. Wie wundervoll werde ich mich fühlen, wenn ich die Aufgabe nachher gelöst habe?
  8. Was würde ich tun, wenn ich keine Angst hätte?
  9. Wie kann ich mich wieder mit der Kraft in mir verbinden bevor ich mich der Aufgabe stelle?
  10. Wer kann mir alles helfen bei dieser Aufgabe?
  11. Welche wundervollen Ressourcen habe ich, um diese Aufgabe zu lösen?
  12. Ist mir eigentlich klar, wie viele wundervolle Ressourcen in mir stecken?
  13. Weiss ich eigentlich, dass ich jede Unterstützung bekomme, wenn ich danach frage?
  14. Weiss ich, dass ich niemals alleine bin? ;-)
  15. Was kann daran Spaß machen, diese Aufgabe zu lösen? ;-)


und:

  • Um wie viel besser wird die Welt werden, wenn ich diese Herausforderung gemeistert habe?

Ich freue mich, mit jeder Aufgabe mein Leben noch bunter und schöner zu machen!
Yippieh! :-)

Quelle: André Loibl http://www.coach-your-self.tv/Portals/0/15fragen.pdf

ein geiles Teil!

Montag, 30. März 2009

Wechselbeziehungen der 5 Wandlungsphasen

Wie in vorangegangenen Beiträgen bereits erläutert, beeinflussen die 5 Wandlungsphasen einander und das in allen Ebenen, pathologisch, physiologisch und psychologisch. Kurz, das Konzept kann in allen Lebensbereichen erfolgreich angewendet werden. Nachfolgend nochmals eine kurze Erläuterung der einzelnen Zyklen. Entgegen der allgemeinen Literatur habe ich 5 Zyklen, denn der Zerstörungszyklus sollte nicht unterschlagen werden.

  1. Sheng Zyklus oder Hervorbringungs-, Geburts- oder Mutter-Sohn-Zyklus:
    In diesem Zyklus erzeugt und nährt ein Element ein anderes.

    Die Erde nährt das Metall, das Metall nährt das Wasser, das Wasser nährt das Holz, das Holz nährt das Feuer und das Feuer wiederum nährt die Erde.

    Hier zeigt sich, der Ernahrer ist gleichzeitig auch Ernährter und damit von allen anderen Elemente abhängig. Bekanntlich wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Nährt die Mutter ihr Kind unkontrolliert, wird das Kind immer stärker und entzieht der Mutter die Energie bis hin zur Erschöpfung und der Prozess kehrt sich plötzlich um.
  2. Dann haben wir den Zerstörungszyklus, der entgegengesetzt zum Sheng-Zyklus läuft.

    Da erstickt die Erde das Feuer, das Feuer verbrennt das Holz, das Holz absorbiert das Wasser, das Wasser schwemmt das Metall aus und Metall absorbiert die Erde.
  3. Der Ke-Zyklus oder Kontrollzyklus sorgt für das notwendige Gleichgewicht in diesem Zusammenspiel der 5 Elemente.

    Im Ke-Zyklus kontrolliert die Erde das Wasser, das Wasser kontrolliert das Feuer, das Feuer kontrolliert Metall, das Metall kontrolliert das Holz und Holz kontrolliert die Erde.
  4. Sind Sheng- und Ke-Zyklus im Gleichgewicht, herrscht Harmonie. Sobald jedoch das Gleichgewicht gestört wird, kommt es entweder zur Überkontrolle oder zur Verspottung.

    Im Cheng-Zyklus ist der Zyklus der Überkontrolle. In diesem Prozess absorbiert die Erde das Wasser, das Wasser löscht das Wasser, das Feuer schmilzt das Metall, das Metall zerschneidet das Holz und das Holz verdrängt die Erde.
  5. Der letzte Zyklus ist jener der Verspottung oder auch Wu-Zyklus genannt.

    In diesem Zyklus unterspült das Wasser die Erde, die Erde als Wüste verdrängt das Holz, das Holz stumpft das Metall ab, das Metall kühlt das Feuer ab und das Feuer verdampft das Wasser.

Diese Prozesszyklen zeigen die gegenseitige Abhängigkeit auf. Das sieht man ganz besonders in der gegenwärtigen Situation in der Wirtschaft und Gesellschaft, denn das Konzept ist universell einsetzbar.

Die Erde sammelt und zieht zusammen, fokussiert. Sie steht für Verwurzelung, Form gebend, Standfestigkeit, Bewegungsunwilligkeit bis hin zur Trägheit. Die Erde hat die Fähigkeit zur Transformation von allem Toten (Verweseung und Fäulnis) in Humus. Durch die geringe Eigeninitiative ist die Erde als Helfer geeignet. Die Erde in ihrer Weite steht auch für Grund und Boden und vermittelt damit auch Macht. Der Yin-Aspekt der Erde ist die feuchte Erde, der Yang-Aspekt ist die trockene Erde, Wüste, Steine, Landmassen und Berge.

Die Erde birgt das Metall in Form von Erzen. Das Metall in seiner natürlichen Form muß erst verarbeitet werden, um seine ganzen Eigenschaften entfalten zu können. Seine Energie ist verdichtet. Daher steht das Metall für Konzentration. Metall ist hart, bricht jedoch unter starkem Druck. Metall ist das Symbol für Geld und symbolisiert daher Begierde und Eitelkeit. Da Edelmetall sehr begehrt ist, hält es sich gerne unter der Erde versteckt. Durch seine starke Struktur steht es für Durchsetzungskraft, Organisation und Effektivität. Metall muß mit Hilfe von Feuer und Wasser bearbeitet werden, um es in Form zu bringen. Metall ist das Symbol für Entschlossenheit und Prinzipientreue bis hin zur Sturheit. Metall ist aussen kalt (= Yin) und innen hart (=Yang). Da es Wasser und Feuer vereinigt, steht es für Kooperation, Integration und Systembildung. Das Yin-Metall ist verarbeitet zu Schmuck, Geld, Waffe oder Instrument. Das Yang-Metall ist das unverarbeitete Erz in der Erde, das erst mühevoll geborgen werden muß.

Das Wasser hat keine feste Form, es ist wandelbar und sucht stets den tiefsten Punkt, damit offenbart es seine sammelnde Eigenschaft. Es teilt und verbindet sich entsprechend den äusseren Gegebenheiten und ist somit hoch flexibel und individuell. Seine Transparenz symbolisiert das Rationale. Sein Komplementärelement ist das Feuer. Das Feuer transoformiert das Wasser in Dampf und Nebel. Mit seiner Fähigkeit der Transformation steht es für Wandlung. Sein Yin-Aspekt ist der Zustand der Fülle in Form und Energie (Qi). Das Wasser vereinigt Yin (Eis) und Yang (Dampf) in sich. Damit symbolisiert es das Weiche das nicht überwältigt werden kann.

Das Holz wächst, ist biegsam bis spröde. Seine Energie strebt nach oben dem Licht entgegen. Es ist das Symbol der belebten Natur, für Wachstum und Kreativität. Das Holz zeichnet sich durch seine starke Zielstrebigkeit aus. Es geht dabei auch krumme Wege, um sein Ziel zu erreichen. Das Holz nimmt allerlei Entbehrungen auf sich, trotzt allen Widrigkeiten um zu überleben. Das Holz neigt zum Chaos, hat jedoch einen inneren Antrieb. Sein Komplementärelement ist das Wasser. Holz steht für Überdauerung und symbolisiert Kreativität, Motivation und Ausgeglichenheit. Aussen hart aber innen ganz weich.

Das Feuer mit seiner grossen Hitze hat wie das Wasser keine feste Form, ist aufsteigend, expansiv und dynamisch. Es erzeugt Helligkeit und Wärme und steht damit für das reine Yang. Es ist Ausdruck für den Geist und die Spiritualität. Seine Wirkung ist streuend, gleichzeit verzehrt es alles, was mit ihm in Berührung kommt. Hat es keine Nahrung, erlischt es. Mit diesen Eigenschaften steht es für Abhängigkeit, Treue, Visionen, Sprunghaftigkeit und Wankelmütigkeit. Sein Komplementärelement ist das Wasser. Für einen effektiven Nutzen des Feuers muß es kontrolliert und gepflegt werden, ansonsten richtet es entweder Schaden an oder es erlischt.

Wie sich das Konzept in einer Organisation einsetzen lässt, werde ich als nächstes erläutern. ....

Sonntag, 22. März 2009

Tara - meine Zusammenfassung

Eine weitere Buddhafigur ist Tara, die Gefährtin von Avalokiteshvara. Sie ist die Essenz des Mitgefühls und wird im Buddhismus als die höchste Mutter betrachtet.

Tara gibt es in 21 Emanationen oder Ausprägungen, die allesamt ihre vielfältigen Aktivitäten aufzeigen und Aspekte unseres Innern darstellen. Diese möchte ich nachfolgend allesamt vorstellen. Aufgrund der vielfältigen buddhistischen Schulen und Richtungen, gebe ich keine Gewähr auf Vollständigkeit oder Richtigkeit.

Der Legende nach ist Tara aus einer Träne Avalokiteshvaras entstanden, die er aus Mitgefühl zu allen Wesen vergoss. Eine andere Legende besagt, dass Tara als eine Prinzessin inkarnierte, um zum Wohle aller fühlenden Wesen zu arbeiten. Als ein Mönch meinte, sie könne ja künftig im Körper eines Mannes inkarnieren, der zur Erlangung von Erleuchtung hilfreicher sei, gelobte sie künftig ausschließlich als Frau wiedergeboren zu werden. Damit wurde Tara zur Befreierin, denn sie bewies, dass die Erleuchtung in einem weiblichen Körper in gleicher Weise erlangt werden kann.









Nachfolgend die einzelnen Aspekte der Tara:


1. Aspekt

Die zentrale Figur ist die grüne Tara oder Shyama Tara, welche das aktive Mitgefühl verkörpert und vor den 8 Formen der Angst bewahrt. Ihre Sitzhaltung zeigt, daß sie immer auf dem Sprung ist. Daher gilt sie auch als die schnelle Wunscherfüllerin sowohl in spirituellen als auch in weltlichen Dingen. Sie gilt als Beschützerin vor Gefahren, sie lehrt Weisheit und Askese.

Die 8 Formen der Angst stellen unsere inneren Hindernisse dar, welche wiederum durch Tiere symbolisiert werden:


• Stolz - repräsentiert durch den Löwen
• Verblendung - repräsentiert durch den Elefanten
• Zorn - repräsentiert durch das Feuer
• Neid - repräsentiert durch die Schlange
• Falsche Ansichten - repräsentiert durch den Räuber
• Geiz - repräsentiert durch das Gefängnis
• Begierde - repräsentiert durch Überschwemmung
• Zweifel - repräsentiert durch Dämonen


Ihr Mantra: Om tare tuttare ture soha


2. Aspekt

Das ist Yang-Chen-Ma oder die weiße Tara.
Sie gilt als die Friedensstifterin, die Unglück abwendet und die Harmonie fördert. Sie ist sehr mächtig und steht in Verbindung mit langem Leben und Wohlergehen

Das dazugehörige Mantra lautet: Om Tare Tuttare Ture Mama Ayuh Punya Jñana Pustim Kuru Svaha

Nachfolgend eine kleine Erläuterung zur Bedeutung der Silben:


Mama = das Streben nach langem Leben, Güte, Weisheit, Glück etc. Um diese Eigenschaften kann auch für andere Menschen gebetet werden.
Ayuh = Langes Leben
Punya = Ansammeln von Güte, die aus einem ethischen Leben hervorgeht
Jñana = Ansammeln von innerer Weisheit
Pustim = Wohlstand, Wachstum und Überfluß
Kuru = die Aufforderung "Tu es"
Svaha = ein Ausruf zur Bekräftigung.


3. Aspekt

Sie schützt vor Naturkatastrophen







Ihr Mantra lautet: Om Tare Tuttare Ture Mama Sarva Lam Lam Bhaya Shindham Kuru Soha





4. Aspekt

So-Nam-Chog-Ter-Ma ist die Tugendgebende, die das innere Wachstum fördert. Sie schenkt Wohlstand und schützt vor Hungersnot.







Mantra: Om Tare Tuttare Ture Dzambeh Moheh Dana Meti Shri Soha




Der 5. Aspekt


... ist die Wunscherfüllerin, materiell wie immateriell!






Ihr Mantra: Om Tare Tuttare Ture Sarva Ata Siddhi Siddhi Kuru Soha




6. Aspekt

Nam-Gyal-Ma, die Siegreiche, ist die Tara der Lebenskraft. Und wie ihr Name bereits andeutet, sorgt sie für ein langes Leben und bewahrt vor dem vorzeitigen Tod.






Mantra: Om Tare Tuttare Ture Braja Ayiu Shei Soha





7. Aspekt

Sie wird Ma-Ja-Ma, die Pfauin, genannt. Ihre Bestimmung ist es Gifte wirkungslos zu machen. Sie schützt vor den schlechten Wirkungen von Giften, den inneren wie den äusseren.







Mantra: Om Tare Tuttare Ture Sarva Diksha Dzala Yaha Raha Ra Peh Soha



8. Aspekt

Sie bewahrt vor der Zerstörung durch Feuer.






Mantra: Om Tare Tuttare Ture Mama Sarva Ram Ram Dzala Bhaya Shindham Kuru Soha



9. Aspekt

Sie schützt vor der Zerstörung durch Wasser.





Mantra: Om Tare Tuttare Ture Mama Sarva Bham Bham Dzala Bhaya Shindham Kuru Soha


10. Aspekt

Sie bewahrt vor wilden Bestien.






Mantra: Om Tare Tuttare Ture Sarva Heh Heh Dzaleh Dzaleh Benda Peh Soha




11. Aspekt

Sie bewahrt vor wütenden wilden Elefanten und anderem Schaden bringendem Vieh.





Mantra: Om Tare Tuttare Ture Mama Sarva Ham Ham Dushing Hana Hana Drasaya Peh Soha




12. Aspekt

Sie schützt vor Schaden durch böse Geister und bewahrt vor Raubtiere.






Mantra: Om Tare Tuttare Ture Sarva Dushing Bikanen Bham Peh Soha




13. Aspekt

Kurukulla ist die rote Tara. Es wird behauptet, sie ziehe Partner und Freunde an und hilft, andere positiv zu beeinflussen.








Mantra: Om Bema Tare Sendara Hri Sarva Loka Washum Kuru Soha



14. Aspekt

Sie wird Rig-Je-Ma genannt, die Intelligenz schenkt. Sie steht in Resonanz mit der Silbe HUM. Sie fördert die innere Weisheit.







Mantra: Om Ratana Tare Sarva Loka Jana Piteya Dara Dara Diri Diri Sheng Sheng Dza Dzanjia Na Mu Sheng Kuru Soha


15. Aspekt

Da-Pung-Som-Ze-Ma ist die Zerstörerin aller feindlichen Kräften, den inneren wie den äusseren. Ihre rote Farbe symbolisiert lodernde Flammen.




Mantra: Om Tare Tuttare Ture Mama Sarva Randza Dushen Droda Shindham Kuru Soha


16. Aspekt

Jig-Ten-Sum-La-Gyal-Ma oder Sendang nag drölma genannt, ist sie die Retterin des Duftwaldes. Sie verkörpert die 3 Juwelen und bewahrt vor jeglichem Unheil durch die Kräfte des Windes.







Mantra: Om Tare Tuttare Ture Mama Sarva Yam Yam Dzala Bhaya Shindham Kuru Soha


17. Aspekt


Sie schützt vor Unheil durch räuberische Kräfte.









Mantra: Om Tare Tuttare Ture Mama Sarva Dzora Benda Benda Drktum Soha



18. Aspekt


Ihr Name lautet Shen-Gyi-Mi-Tub-Ma und die Unbesiegbare bedeutet. Sie bewahrt vor Zerstörung durch äussere Kräfte (Armeen, Horden etc.).






Mantra: Om Tare Tuttare Ture Mama Sarva Dik Dik Dikshena Raksha Raksha Kuru Soha


19. Aspekt


Sie schützt vor himmlischem Unheil und macht alles unzerstörbar.






Mantra: Om Tare Tuttare Ture Mama Sarva Eh Eh Maha Hana Bhaya Shindham Kuru Soha

20. Aspekt

To-Nyer-Chen ist die zornige Tara. Sie wehrt die inneren und äusseren Dämonen ab und bewahrt vor Krieg.








Mantra: Om Garma Tare Sarwa Shatdrum Biganen Mara Sehna Ha Ha Heh Heh Ho Ho Hung Hng Binda Binda Peh



21. Aspekt

Sie ist die grosse Heilerin, die den Menschen von Krankheiten des Körpers, des Geistes und der Seele befreit.




Mantra: Om Tare Tuttare Ture Sarva Dzara SarvaDhukka Brasha Manaya Peh Soha



Mittwoch, 4. Februar 2009

Avalokiteshvara

Avalokiteshvara oder auch Chenrezi ist der Boddhisatva des allumfassenden Mitgefühls und der Schutzpatron der Tibeter. Der Dalai Lama gilt als Inkarnation des Avalokiteshvara. Es gibt von ihm eine Vielzahl von Darstellungen, ",,, um den v erschiedenartigen Bedürfnissen der Wesen entgegenzukommen. Chenrezi ist das Sinnbild der vollkommenen Befreiung, die dem Wohl aller Wesen geweiht ist. " (Dilgo Khyentse, 29-30, Berlin, 1994) .

Der Legende nach war Avalokiteshvara ein Prinz, der gelobte, allen Wesen bei ihrer Befreiung vom Leid beizustehen. Und er gelobte, darin niemals nachzulassen, andernfalls würe er in tausend Stücke zerspringen. Daher blieb er im Bardo (Zwischenzustand zwischen Leben und Tod) und durchzog alle Seinsebenen mit dem Ziel alle Wesen vom Leiden zu befreien. Doch als er sein Werk betrachtete, sah er, daß viele Wesen nachfolgten und er zweifelte für einen Moment daran, daß er sein Gelübde jemals erfüllen könne. Daraufhin zersprang er in 1000 Teile. Daraufhin kamen andere Buddhas herbei, um ihn wieder zusammenzusetzen. Dabei gab ihm Buddha Amitabha 1000 Arme, in deren Handflächen je eine Auge, und 11 Köpfe, damit Avalokiteshvara allen Wesen noch effektiver helfen könne.

Das Mantra zur Anrufung lautet Om mani padme hum.

OM - befreit vom Leid der Götterbereiche

MA - befreit vom Leid der Halbgötterbereiche

NI - befreit vom Leid der menschlichen Lebensbereiche

PAD - befreit vom Leid der Tierbereiche

ME - befreit vom Leid der Bereiche der Hungergeister

HUM - befreit vom Leid der Höllenbereiche



Montag, 2. Februar 2009

Medizinbuddha Bhaisajyaguru

Im Buddhismus gibt es Buddhas, welche die Gestalt von Boddhisattvas angenommen haben. Sie entsprechen einer gewissen Qualität von Energien, die wir in uns tragen. Mit den entsprechenden Mantras aktivieren und kultivieren wir diese Energien. Einige dieser Buddhas möchte ich kurz vorstellen:

Bhaisajyaguru oder Medizinbuddha ist der Buddha der Heilung insbesondere im tibetischen Buddhismus. Der Medizin-Buddha legte vor seiner Erleuchtung 12 Gelübde ab, in denen er gelobte alle Behinderten, Kranken und Missgebildeten von ihren Gebrechen zu befreien.



Seine Aufgabe besteht in der Heilung von Krankheiten und den Drei Geistesgiften (Gier, Hass und Unwissenheit).

Das Rezitieren des Mantras soll gegen Übergewicht helfen, den Alterungsprozess verlangsamen, Materielle Mangelzustände aufheben und psychische Störungen auflösen. Dem Mantra wird eine große Kraft und Energie zugesprochen.

Das Mantra zur Anrufung lautet: Tayata Om Bekanze Bekanze Maha BekanzeRadza Samud Gate Soha

Der Beginn einer grossen Freundschaft ....

YodaL

Buddhismus

Letzte Woche war ich mit meiner Freundin auf einem Vortrag zum Thema "Buddhistische Meditationsmethoden", gehalten von einer deutschen buddhistischen Nonne, die in einem tibetisch-buddhistischen Kloster in Schottland lebt. Sie gab zunächst einen Überblick zur Geschichte des Buddhismus, dem Leben von Buddha Gautama und der Struktur im Buddhismus selbst.

Im Buddhismus gibt es vier grosse Säulen:

Theravada ist die älteste noch existierende Schultradition, die auf jene Mönchsgemeinschaft der ersten Anhängern Buddhas zurückgeht. Theravada wird auch der Weg der Entsagung bezeichnet.

Hinayana wird auch das kleine Fahrzeug oder der kleine Weg bezeichnet. Der Gläubige strebt für sich selbst die Erlösung vom Leid an. In Anbetracht auf all das Leid, das alle Lebewesen durchleben, bedeutet die Hinwendung ausschliesslich auf die eigene Erlösung die kleinere Ausrichtung. Hinayana ist so ein Aspekt des Mahayana.

Mahayana auch grosses Fahrzeug oder grosser Weg. Der Gläubige wünscht nicht nur für sich selbst, sondern für alle Lebewesen die Erlösung vom Leid. Das Wohl der eigenen Person wird zum Wohle aller untergeordnet! Es ist der Weg der Ansammlung.

Im Mahayana gibt es zwei Ausrichtungen:

1. Nagarjuna - der Lehre von der Leere mit tantrischen Methoden

2. Asanga - dem Entwickeln der Tugenden der Boddhisatvas


Die Motivation zu Mahayana ist in dem folgenden Zitat sehr treffend beschrieben:

Da Bodhisattvas die Fehler der zyklischen Existenz sehen, bleiben sie nicht
hier. Da sie für andere sorgen, bleiben sie nicht im Nirvana. Um die Bedürfnisse
anderer zu erfüllen, entscheiden sie sich dafür, im Kreislauf des Seins zu
bleiben
.“ (Bhavaviveka)

Vajrayana oder auch Diamantfahrzeug, ist der Weg der Mantras und Mudras. Er basiert auf dem Mahayana. Vajrayana wird auch der Weg des Resultats bezeichnet.

All diese Wege schliessen sich nicht aus, sondern ergänzen einander. Diese Wege haben alle dasselbe Ziel, sie unterscheiden sich lediglich in den Methoden.


Die buddhistische Lehre zwingt den Menschen nicht zu einem Entweder-Oder. Vielmehr bietet es uns die Freiheit, unsere Spiritualität zu erweitern ohne uns von unserer eigenen Religion abwenden zu müssen. Die Lehre gibt uns die Freiheit zu entscheiden, wie wir unser Leben gestalten und wie wir unser Schicksal in die Hand nehmen. Entweder als immer währendes Leid oder als eine Herausforderung, daran zu wachsen. Das letztere ist mir da am nächsten. mein Buddha-Tangka an der Wand




YodaL

Freitag, 9. Januar 2009

Metall

Nun zum letzten Element: Metall
Die Erde hat die Fähigkeit zur Transformation und schafft mit dieser Kraft Erze und Edelmetalle, aus denen Metalle geschaffen werden.


Die Wandlungphase Metall steht für den Herbst, in dem die Blätter sich färben und zu Boden fallen. In dieser Phase werden Reserven für den Winter aufgebaut. Die Energie zieht sich langsam zurück. Im Tagesablauf ist es der Abend und in der menschlichen Entwicklung die Zeit des Alterns, in der man sich als eigenständiges Individuum mit reichhaltigen Erfahrungen erlebt. Die Bewegungsrichtung geht nach unten. In der Hierarchie ist das Metallelement der Heerführer.

Lunge und Dickdarm repräsentieren das Metallelement, das sich in der Nase offenbart. Das Metallelement sorgt für eine gleichmäßige Atmung und kontrolliert das körperliche Abwehrsystem mit der Haut und den Schleimhäuten. Es ist der Sitz von Po, dem Geist des Lebens bzw. der Körperseele.

Während der Metall-Phase nehmen die Aktivitäten ab und zieht Bilanz. Man nimmt eine Standortbestimmung vor und dabei bilden vorhandene Strukturen eine Orientierung. Man trennt Wichtiges vom Unwichtigen ist in der Lage, Altes loszulassen, um Raum für Neues zu schaffen. Es ist die Phase der Erkenntnis und Weisheit.

Metallmenschen sind sehr strukturiert, diszipliniert und können sich sehr gut abgrenzen. Sie reagieren instinktiv, können draufgängerisch sein.


Das Metall ist das Kind der Erde und das Feuer gibt dem Metall Struktur. Die Erze und Metalle nähren wiederum das Wasser, das wiederum das Holz (Pflanzen) wachsen lässt, das dann das Feuer nährt, welches die Erde schafft, die wiederum die Erze und Metalle hervorbringt. .....

Doch dazu beim nächsten Mal mehr.

YodaL

Dienstag, 30. Dezember 2008

Erde

Das Feuer ist das höchste Yang und erschöpft es sich, bleibt lediglich Asche übrig, dem Stoff des Elements Erde aus der alles erwächst.

Die Wandlungsphase Erde steht für die für die Erdmutter, die Mitte, das Zentrum. Sie steht für das nährende Prinzip, denn sie bietet Schutz und Nahrung. Der Samen, in der Erde abgelegt, geht zusammen mit der Wärme der Sonne (Feuer = Yang) und der Erdenergie auf und entwickelt sich zu seiner Bestimmung (Holzelement). Doch die Erde nimmt auch Abgestorbenes auf und transformiert es zu Humus. Die Erde ist damit die Basis für Wachstum und Transformation und steht für „Erzeugen“ und „Ernähren“.

Die entsprechende Jahreszeit ist der Spätsommer, in der die Nahrung im Überfluss bereitsteht. Der Nachmittag ist die entsprechende Tageszeit und im menschlichen Lebenszyklus steht er für die Reife. Die Bewegungsrichtung ist konzentrisch. In der Hierarchie steht Erde für den Zensor und Richter.

In der TCM entsprechen Milz/Pankreas und Magen dem Erdelement, das sich am Mund und Lippen offenbart, und zu dem auch das Bindegewebe gehört. Die entsprechende Emotion ist das Sorgen und Grübeln und die Sinnesfunktion ist das schmecken.

Erdtypen sind fürsorglich, großzügig und gut geerdet. Sie sind sehr praktisch orientiert und haben ein gutes Händchen für die materiellen Dinge des Lebens. Sie haben einen starken Intellekt und sind mit einer guten Konzentrationsgabe gesegnet. Sie können sich sehr gut fokussieren. In der Psychologie steht das Erdelement für die Elternschaft, die bei der Ernährung und Entwicklung der Kinder eine wichtige Rolle spielt. Ist das Erdelement jedoch zu stark, werden Mutter bzw. Vater zu fürsorglich, wobei diese große Fürsorge dann die Kreativität und die Entwicklung des Kindes behindern bzw. ersticken kann.

Das Element Feuer ist die Mutter und Holz ist der Vater. Das Wurzelwerk der Pflanzen, die dem Element Holz zugeordnet sind, geben der Erde Struktur und Halt. Die Erdenergie ist Mutter für das letzte Element im Zyklus, dem Metall.

Sonntag, 7. Dezember 2008

Feuer

Gut Ding will Weile haben, und das Element Feuer längst überfällig!

Das Feuer ist die logische Folge von Holz. Es entsteht nicht aus sich selbst, sondern muß erzeugt werden. Das brennende Holz wärmt uns im Winter und erfreut uns, wenn wir am Lagerfeuer sitzen. Im Jahreszyklus geht der Frühling (Holz) in den Sommer (Feuer) über. Die Sonne steht am höchsten, die Tage sind lang. Die Natur ist warm und die Welt um uns herum ist voller Licht. Diese Phase ist bestimmt von Lebensfreude, die Menschen lachen und feiern. Im Tageszyklus ist es die Zeit bis zum Mittag. Im Lebenszyklus des Menschen ist die Feuerphase, jene Phase im Leben, in der der Mensch sein Maximum an Lebensenergie hat und zur Erkenntnis gelangt, Teil eines großen Ganzen zu sein.

Das Holz ist die Mutter, sie nährt das Feuer. Das Wasserelement (Niere/Blase) ist der Vater, der dem Feuer Struktur und Grenzen gibt, um das Feuer in Harmonie zu halten. Denn wird das Feuer zu stark, verbrennt es das Holz und die Asche (Erde) wird zu stark. Ist das Feuer unkontrolliert stark, lässt es das Wasser der Niere verdampfen. Die Lebensenergie verpufft zu schnell und der Mensch wird geschwächt.

Feuer ist in der chinesischen Elementenlehre das stärkste Element und steht für den Kaiser, der alles bestimmt. Das Element kommt gleich zwei mal vor. Organisch steht das Feuer für das Herz mit seinem Antagonisten dem Dünndarm, sowie für den Perikard (Herzbeutel) und den 3-fachen Erwärmer. Eine weitere Besonderheit in der TCM, denn der 3-fache Erwärmer steht für den Unterbauch mit den Fortpflanzungsorganen, der Bauchhöhle mit dem Darm und dem Brustkorb für die Atmung. Das Feuer hat eine grosse Zerstörungskraft und wird von der Niere sanft in Schach gehalten. Die Aufgabe besteht in der Verteilung des Blutes. Seinen Ausdruck findet das Feuer in der Zunge.

Der Sitz des Feuers ist das Herz, das Zentrum des Bewusstseins, des Geistes, des Denkens und der Genialität. Auch Yuan Shen genannt, die wahren Natur, eines Menschen. Die im Laufe des Lebens erworbenen Erfahrungen, gelernte Glaubenssätze und Verhaltensmuster mit denen wir unser Leben gestalten, planen und analysieren gehören zum Shi Shen. Yuan Shen und Shi Shen müssen im Gleichgewicht sein, damit der Mensch seine wahre Natur bewahren und sich mit seinen tiefen Erfahrungen auf eine höhere Ebene entwickeln kann.

Tagsüber ist Shen wach, aktiv und rege. Das Element Feuer bestimmt unser Auftreten in der Welt, unsere Artikulation und Kommunikation sowie die Gestaltung unserer Lebensumstände. In der Nacht zieht sich die mentale Kraft ins Herz zurück und steuert unsere Traumwelt.

In der Feuerphase des Lebens gewinnt der Mensch Erkenntnisse und entwickelt die Fähigkeit, das Leben von einem höheren Standpunkt aus zu sehen. Im besten Fall, ist er jetzt in der Lage, sein Herz für sich selbst und andere zu öffnen und sich und anderen zu verzeihen. Die Emotionen der Feuerphase ist die Freude, die geistige Klarheit, der Enthusiasmus die Begierde und die Liebe. In der Begierdelosigkeit findet das Herz seine Bestimmung.

Die Bewegungsrichtung ist daher nach aussen und nach oben. Yuan Shen strebt nach oben zum Kosmos, Shi Shen strebt nach aussen in die Welt zum Dialog. Der Geschmack ist bitter und scharf, die Farben orange bis tief rot.

Das bislang Beschriebene kann der Wandlungsphase Feuer nicht gerecht werden, doch ich denke später werden wir sicher noch darauf zurückkommen.

Samstag, 8. November 2008

Das Holz

Es ist mal wieder spät geworden. Doch nehmen wir uns jetzt kurz Zeit für die Wandlungsphase Holz.:

Wir erinnern uns, in der traditionellen chinesischem Medizin denkt man in Zyklen. Das Wasser steht für das höchste Yin. Das Yin hat seinen Höhepunkt erreicht, es erschöpft sich allmählich und das Yang beginnt sich zu rengen. Das kleine Yang ist die Wandlungsphase Holz. Wenn die Nacht am dunkelsten ist, ist der Tag am nächsten.

Die Kälte des Winters (Wasser) weicht allmählich dem Frühling. Die Pflanzen erwachen langsam aus ihrem Winterschlaf. Die im Innern verborgene Kraft regt sich zu neuem Leben und strebt der Sonne zu. Die Sonne steigt nach oben und die Wärme nimmt allmählich zu. Die Bauern beginnen ihre Saat auszubringen. Ein neuer Jahreszyklus beginnt. Holz steht also für den Frühling, den Sonnenaufgang im Osten, für die Kindheit und Jugend, für die Farbe grün etc.

Die Bewegungsrichtung ist nach oben und nach vorn. Die Wandlungsphase Holz ist dynamisch, beweglich, biegsam und anpassungsfähig. Die Energie strebt dem Licht entgegen, ist ungestüm und voller Tatendrang. Die Wandlungsphase Holz steht somit auch für die Kreativität und Schöpfungskraft. In dieser Phase gilt es, die Bestimmung zu im Leben zu finden und die Energie dorthin zu lenken.

Die entsprechende Emotion ist die Aggression und im positiven die Toleranz und Grosszügigkeit. Die Bündelung der Kräfte, um vehement seinen Platz zu schaffen und zu behaupten. Damit die Natur nicht überwuchert, kontrolliert das Metall das übermässige Wachstum und gibt die notwendige Struktur. Wird das Holz jedoch zu stark, stumpft es das Metal ab. Das Holz selbst schürt das Feuer und wird das Feuer zu stark, verbrennt es das Holz übermässig

Die Wandlungsphase Holz steht für Kreativität und für Strategien. Entscheidungen müssen getroffen , Prioritäten gesetzt werden. In einem Projekt steht das Holz für die Planungsphase. Ein erfolgreiche Projekt braucht Visionen und Weitblick.

In der TCM steht das Element Holz für den Funktionskreis Leber / Galle, welcher die Muskeln und Sehnen kontrolliert. Die Energetik im Geschmack ist sauer und ruft nach süssem. Die Augen sind energetisch mit Leber / Galle verbunden. (Werden bei einer Gelbsucht die Augen nicht gelb?) Diese Phase steht für die Wahrnehmung. Die Energie der Leber steigt im Meridian nach oben zum Kopf und der Gallenmeridian leitet die Energie dann nach unten ab. Ist der Gallenmeridian zu schwach, staut sich die Leberenergie und es kommt zu migräneartigen Kopfschmerzen. Deswegen führen angestauter Stress, Wut, Ärger und Zorn zu hohem Blutdruck und Kopfschmerzen. Daher tut Entspannung so not!

Fazit: Das Element Holz ist der Minister im Staatssystem Körper. Der Schatzmeister (Niere) versorgt dieses Element mit der notwendigen Energie. Das Holz wiederum nährt das Feuer. Das Holz gibt der Erde mit seinen Wurzeln der Erde Struktur. Es holt sich seine Nährstoffe aus der Erde.

Wir sehen uns ....

YodaL

Samstag, 1. November 2008

Das Element Wasser

Betrachten wir die einzelnen Elemente etwas genauer und beginnen mit dem Wasser.

Alles Leben entsteht aus dem Wasser! Das Wasser hat keine spezifische Form, es ist in seiner Weichheit anpassungsfähig wie kein anderes Element. Es füllt jede leere Form und wird so zur Form. Es kennt alle Aggregatszustände, von fest über flüssig zu unsichtbarem Dampf.

Das aus der befruchteten Eizelle entstandene Embryo wächst in der Geborgenheit der Fruchtblase im Mutterleib heran, um diese mit Mühen zu verlassen, wenn die Zeit reif dafür ist. Bis es auf die Welt kommt hört es den Rhythmus des Herzschlags der Mutter und weit entfernt lockt die Welt mit fremden Geräuschen. Hat es dann die Geborgenheit des Mutterleibs verlassen, kommt es in eine vergleichbare kalte und grelle Welt. Und diese Welt macht zunächst Angst. Und es braucht die Geborgenheit der Eltern, um Vertrauen in die Welt setzen zu können.

Das Wasser sucht stets den tiefsten Punkt und bildet so das höchste Yin. Das Yang regt sich bereits tief im Inneren. Damit spiegelt die Wandlungsphase Wasser das Leben in der Tiefe, im Verborgenen wider. Das Element Wasser stellt uns die Frage wer wir sind, wobei wir die Antwort nur in unserem tiefsten Inneren finden. Damit fordert uns das Wasser auf, unsere Bestimmung zu finden und diese mit Vertrauen in uns selbst und in das Leben zu leben.

Die Wandlungsphase Wasser steht für den Winter, jener Phase, in der sich die Natur in sich selbst zurückzieht, um neue Kräfte zu sammeln. Sie vertraut darauf, daß der nächste Frühling kommen wird und sie wieder zu neuem Leben erwacht..

Mit diesen Bildern werden die wesentlichen Attribute der Wandlungsphase Wasser beschrieben: schwarz oder blau wie das Meer, ohne Form, weich, anpassungsfähig, das Innerste, Angst vor dem Unbenennbaren und Vertrauen.

Nun die Aspekte aus der TCM:

Die Organe des Wasserelements sind die Niere und Blase. Unsere beiden Nieren werden je zu Feuer und Wasser zugeordnet. Doch der Reihe nach. Die Blase ist vergleichbar mit dem Steuermann, der die Schleusen reguliert und überschüssige Flüssigkeit aus dem Körper entlässt, damit wir nicht daran ertrinken. Das Wasser (Niere/Blase) bildet mit dem Feuer (Herz/Dünndarm) die konstitutionelle Achse. Im Tor des Lebens, Mingmen, (am Lendenwirbel gegenüber des Nabels) brennt dieses Lebensfeuer. Das heisst konkret, die beiden Nieren bergen das Yuan-Qi und unsere Essenz. (Jing), das wir mit der Geburt in die Welt mitgebracht haben. Unser energetisches Kapital. Ist diese Energie erschöpft, sterben wir. Damit bildet die Niere die Energiezentrale des Körpers, die das Jing bewahrt und das Yin und Yang des Körpers reguliert.

Die Mutter ist das Element Metall, d.h. die Wandlungsphase Metall gebiert das Wasser. Zur Wandlungsphase Metall gehört die Lunge. Und ist es nicht die Niere, die uns beim Atmen unterstützt? Die Erde ist der Vater, d.h. Erde kontrolliert das Wasser, damit es zu keinen Überflutungen kommt. Das Wasser selbst gebiert das Holz- und kontrolliert sanft das Feuerelement.

Bei Energiemangel kommt es zuerst zu Beschwerden im Lendenbereich. Die bekannten Kreuzschmerzen tauchen dann auf, wenn uns buchstäblich die Energie ausgeht. Die Knochen stehen in direkter Verbindung mit dem Wasserelement. Daher werden unsere Knochen auch im Alter, wenn uns langsam die Essenz ausgeht, brüchig. Exzesse verbrauchen das Jing und lassen den Menschen früher altern. Daher gilt es, stets Mass zu halten.

Im FengShui steht die Wandlungsphase Wasser für das Geld im Leben, die sichtbare Form von Energie. Und die aktuelle Finanzkrise zeigt uns was passiert, wenn diese Energie aus dem Gleichgewicht kommt.

So, das ist zwar lange noch nicht alles, aber für heute ist es genug.

Bis zum nächsten Mal

YodaL

Sonntag, 26. Oktober 2008

Die 5 Wandlungsphasen oder die 5-Elementen-Lehre

Ich habe etwas Zeit gebraucht, um meine Mitte wieder zu finden und die Muse für einen neuen Blogbeitrag. Meine Situation hat sich mittlerweile stabilisiert und ich schaue zuversichtlich in die Zukunft. Die nächsten Beiträge möchte ich den traditionellen 5 Elemente / Wandlungsphasen widmen. Die Lehre ist jedoch zu schön und umfangreich für einen einzigen Beitrag, daher wird es mehrere Artikel zu dem Thema geben.

Die 5 Elementenlehre ist eine der wichtigsten Pfeiler in der chinesischen Philosophie und Medizin. Das Wort „Element“ ist hier eigentlich der falsche Begriff. Denn die 5 Elemente sind nicht statisch, sondern sie beschreiben das Leben in seinen Zyklen. Daher ist der Begriff Wandlungsphasen der bessere Ausdruck, den ich nachfolgend auch verwenden werde.

Die 5 Wandlungsphasen sind Erde, Metall, Wasser, Holz und Feuer. Sie haben eine große Bedeutung in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), in der Ernährung, im FengShui, im Kampfsport, TaiChi und QiGong. Sogar in der Kriegsführung und heute im Management findet die Lehre von den 5 Wandlungsphasen Anwendung.
Der Ursprung der Lehre ist meines Wissens der Taoismus. Der Buddhismus kennt ebenfalls eine Lehre der Fünf Elemente. Diese unterscheidet sich darin, dass an der Stelle des Metalls die Leere verwendet wird.

Die 5 Wandlungsphasen beschreiben die 4 Grundelemente. Das 5. Element Metall steht für die Transformation. Darüber hinaus stehen die Wandlungsphasen für die Qualitäten einzelner Aktionen und für einzelne Lebensphasen. So entspricht

Holz - dem Wachstum, der Kreativität
Feuer - der Dynamik der Ausgestaltung
Erde - der Veränderung oder der Fruchtbarkeit
Wasser – der Ruhe
Metall - der Ablösung und der Reife

Die 5 Wandlungsphasen interagieren miteinander und können nicht unabhängig voneinander bestehen. Sie sind untrennbar miteinander verbunden. Und darin besteht die große Analogie zum Leben an sich. Jede einzelne Phase geht in die nächste Phase über und unterstützt und nährt dabei die nachfolgende. Wird das Gleichgewicht diese kreativen Prozesses gestört, erfahren die übrigen Elemente entweder eine Schwächung, gar eine Schädigung.
Die Lehre der 5 Wandlungsphasen ist eine konsequente Fortführung der Yin-Yang-Lehre. Dort haben wir die 2 Pole, die sich gegenseitig bedingen und ebenfalls zyklisch agieren. Doch der Übergang von Yin zu Yang und umgekehrt erfolgt nicht abrupt sondern langsam und gleichmäßig. Daher spricht man vom kleinen Yin und großen Yin, vom kleinen Yang und großen Yang. Damit haben wir 4 Phasen, das Zentrum bildet die 5. Wirkrichtung.

Es gibt 4 Anordnungen oder Beziehungszyklen:

1. Der Nährungszyklus
2. Kontrollzyklus
3. Schwächungszyklus
4. Schädigungszyklus

Der Nährungszyklus wird im Uhrzeigersinn angeordnet und zeigt die schöpferische Beziehung der einzelnen Elemente auf, wie die Mutter zum Kind.
Das Holz nährt das Feuer, das Feuer erzeugt Asche und reichert damit die Erde an. Die Erde transformiert alles und bringt Erze hervor, die wiederum zur Metallerzeugung verwendet werden. Die Erze und Mineralien reichern das Wasser mit Mineralstoffen an und das Wasser nährt wiederum die Bäume und Pflanzen, die für das Holz stehen.

Der Kontrollzyklus reguliert Mangel und Überfluss einzelner Wandlungsphasen. Dabei erfolgt die Regulierung strukturiert, damit eine Störung des Prozesses vermieden wird. Die Beziehung könnte man mit der des Vaters vergleichen, der dem jeweiligen Element Struktur gibt. Die Anordnung hat die Form eines Pentagramms.
Wird das Feuer zu stark, wird das Wasser es löschen. Das Feuer schmilzt die Erze zur Gewinnung von Metallen. Das kalte Metall in Form einer Axt oder Säge spaltet das Holz. Das Holz in Form der Bäume bzw. der Pflanzen entziehen der Erde zum einen die Mineralstoffe, zu anderen hält ihr Wurzelwerk die Erde zusammen und schützt vor Erosion. Erddämme schützen das Land vor Überflutung und Unterspülung. Die Erde verunreinigt das Wasser.

Der Schwächungszyklus wird entgegen dem Uhrzeigersinn angeordnet und spiegelt jene Beziehung wieder, wie ein Element durch die Schwächung eines anderen gestärkt wird.
Das Holz der Pflanzen absorbiert das Wasser. Das Wasser erodiert das Metall und lässt es rosten. Das Metall der Egge zerstückelt die Erde. Die Erde erstickt das Feuer und ein starkes Feuer verbrennt das Holz der Pflanzen, wie z.B. in Waldbränden.

Der Schädigungszyklus spiegelt die Anordnung wider, wenn ein Element übermächtig wird, und dadurch zerstörerisch auf ein anderes Element einwirkt.

Das Holz macht das Metall der Axt stumpf, die Metalle entziehen dem Feuer die Hitze, das Feuer lässt das Wasser verdampfen, das Wasser unterspült die Erde und die Erde erstickt das Holz, z.B. in der Wüste.

Die 5 Wandlungsphasen interagieren stets so, dass sie versuchen das Gleichgewicht der Kräfte zu halten. Bei drohenden anormalen Zuständen greift das jeweilige kontrollierende (Vater-)Element ein, um die Harmonie wiederherzustellen. Gelingt das nicht, kommt es irgendwann zum Kollaps.
Die 5 Wandlungsphasen korrespondieren mit nahezu unendlich vielen Bereichen wie z.B. den 5 Geschmäckern, den 5 Jahreszeiten, 5 Töne in der Musik, 5 Grundemotionen, den 5 Witterungen und Landschaftsformen, den 5 Planeten und den 5 Beziehungen mit den 5 Tugenden und noch vieles mehr.

Zur Veranschaulichung nachfolgend eine Tabelle:



Die nachfolgenden Beiträge werden von den einzelnen Elementen und deren Wechselbeziehungen handeln. Bis dahin, wünsche ich ein schönes Leben.
YodaL


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Samstag, 4. Oktober 2008

Vom Scheitern ....

... und wie man sich wieder hochrappelt.

Es hat lange, sehr lange gedauert, doch heute wurde ich gezwungen es mir mal wieder einzugestehen. Ich bin an einem sehr wichtigen Punkt in meinem Leben mal wieder gescheitert. Der Schmerz und die Trauer ist kaum auszuhalten, Tränen laufen die Wangen entlang, ich könnte schreien und dennoch, das Leben geht weiter.

Im Auto, während ich Einkaufen gefahren bin, habe ich die Gegend mit Pink's "So what" beschallt. Pink singt sinngemäss

Ich hab meine Einstellung von Grund auf geändert, das
werdet ihr spätestens heute nacht erleben. Und wenn er Zoff will, den kann er
haben, ich werde kämpfen. - Also, was solls!
...

Auch ich werde wieder kämpfen, nach vorne schauen und ich weiss, ich werde es schaffen. Ich habe zwar keine Liebe und keinen Mann verloren, wie Pink das besingt, dennoch habe ich ein für mich äusserst wichtiges Ziel verfehlt. Ich hatte es bereits geahnt und hab es auch kommen sehen. Doch alles hoffen, beten und wünschen hat nichts genutzt, ich stehe exakt an dem Punkt, wie vor 4 Jahren. Vor dem Nichts. Und ich beginne wieder ganz von vorne. Kaum jemand wird mich vielleicht verstehen, denn viele sagen zu mir, dass ich was falsch mache. Mit meinem tollen Job könne das doch alles nicht sein! Doch ich weiss nicht was ich falsch mache. Das macht es für mich besonders schmerzhaft, und es zerreist mir fast das Herz. Gründe für mein Scheitern gibt es sicherlich genug, es lag sicherlich auch an mir, doch ebenso an den Umständen. Versuche, meine Situation zu ändern, haben nicht in dem Masse funktioniert, wie ich es wollte. Ich habe einiges riskiert, so manches Mal gegen die Vernunft gehandelt, doch es hat nichts eingebracht. Ich bin gescheitert. Besser jetzt als später. Dieses Mal gebe ich mir 5 Jahre Zeit, um die Dinge in meinem Leben in Ordnung zu bringen.

Der Schnitt ist gemacht und ich werde die nächsten 5 Jahre wieder nach vorne blicken und beten, daß sich alles schneller in Wohlgefallen auflösen wird.. Es wird in meinem Leben einige Veränderungen geben, die Weichen sind gestellt. Eigentlich wollte ich langsam kürzer treten, um das Leben zu geniessen, doch nun heisst es für mich nochmals kräftig durchstarten. Meine Gesundheit pflege ich mit Sorgfalt und Gott weiss, was die Zeit für mich bringt.
YodaL



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Freitag, 19. September 2008

Klangsteine

Ich bin die vergangenen Tage auf etwas gestoßen, das mich sehr fasziniert.
Klangsteine. Eine Reportage mit Prof. Klaus Feßmann im Fernsehen hat mich drauf gebracht.

Klaus Feßmann nimmt große schwere Steine, bearbeitet sie in ihrer Form, um sie dann zum Klingen zu bringen. Er taucht dabei seine Hände in Wasser und reibt die Steine. Der Klang, der dabei erzeugt wird ist zart und sphärisch, der sanft ins Ohr dringt und einen nicht mehr loslässt.

Die Kunst, Steine zum klingen zu bringen, ist eine uralte Kunst aus China. Der Klang der Steine galt als heilig. Da sich Steine für unser Auge unmerklich verändern, symbolisieren sie bereits im alten China die Ewigkeit. Während viele Menschen Steine als tote Materie betrachten, sind sie vielmehr das Gedächtnis der Erde.

Die Klangsteine sind bereits im 2. Jahrtausend vor Chr. (Shang-Dynastie) nachweisbar! Die Klangsteine waren damals oft aus Jade gemacht, weil Jade die Eigenschaft besitzt, sich im Laufe der Jahrhunderte kaum zu verändern und weil er einen warmen Klang in sich trägt.

Klangsteine verkörpern Yin und Yang. Der Klang, Yang, und der Stein, Yin, vereinigen sich zu einer Stimme, mit der die Erde mit uns in Verbindung tritt.

Ich hab mir das Buch mit der CD zugelegt. Die Musik ist mittlerweile bei mir auf dem iPod. Höre ich die Musik draußen in der Natur wenn die Sonne scheint, fühle ich mit dem Leben und der Erde tief verbunden. Ich habe dann das Gefühl, daß alles in der Mitte ist und nichts die Harmonie zerstören kann.

Für alle, die ich jetzt neugierig gemacht habe, hier ein Link: http://www.klangsteine.com/

Bis bald,

YodaL